Resonanz Frühjahrskonzert 2011

03. April 2011, Bürgermeister-Pohl-Haus, Darmstadt-Wixhausen

Stehende Ovationen
Landesblasorchester des HTV begeistert in Wixhausen

Starker Konkurrenz musste sich das Sinfonische Landesblasorchester (LBO) des Hessischen Turnverbands am vergangenen Sonntag stellen. Vom Staatstheater bis zur Bessunger Kirche boten einige Veranstalter Konzerte der unterschiedlichsten Stilrichtungen an. Wer sich für den Besuch des LBO-Konzertes im Bürgermeister-Pohl-Haus in Wixhausen entschieden hatte, wurde mit einem Hörgenuss bester Sinfonischer Blasmusik belohnt. Dominik M. Koch, seit zwei Jahren Chefdirigent des Ensembles, hatte ein sowohl ansprechendes als auch anspruchsvolles Programm zusammengestellt und seine Musiker bestens motiviert.
Gleich zu Beginn versprühten die Bläser übermütige Heiterkeit, unschuldigen Eifer und hektische Verwirrung, unterbrochen von einem an ein Gebet erinnernden und Hoffnung, ausstrahlenden Mitteilteil. Melillo hat „Godspeed“, eine Auftragskomposition einer amerikanischen High School Band, all jenen gewidmet, die mit seiner Musik ihren Mitmenschen Hoffnung und Zuversicht schenken möchten.
Nicht minder furios gelang Dvoraks „Carnival Overture“, dem Mittelstück der Trilogie „Natur, Leben und Liebe“. Tanzrhythmen und volksmusikalische Einflüsse aus Tschechien verleihen diesem Werk eine Spritzigkeit, die aber erst durch die technisch saubere Spielweise des Auswahlorchesters richtig zur Geltung kam.
Die „Fantasy Tales“ des Holländers Piet Swerts erzählen musikalisch die wechselvolle Geschichte des Dörfchens Horn. Eindrucksvoll gelang es dem LBO, die Tiefen der Komposition zwischen Krieg und Frieden auszuloten. Mit einem gewaltigen Sturm, dem „Noah´s Ark“ während der Sintflut ausgesetzt war, ging es in die Pause.
Mit „Variations on America“ begann die zweite Hälfte des Konzertes auf sehr originelle Art. Das Hauptmotiv dieser Adaption eines Orgelwerkes kennt man heutzutage nur als britische Nationalhymne. Nach der Wiederaufführung von Thomas Doss „Ouverture Allemande“ und einer der ersten Originalkompositionen für Blasorchester, der „First Suite in Es“ von Gustav Holst, stand zum Abschluss Filmmusik auf dem Programm.
Das Historiendrama „Henry V“, geschrieben von William Shakespeare, wurde in den 80er Jahren verfilmt. Johan de Meij stellte in enger Zusammenarbeit mit dem ursprünglichen Komponisten Patrick Doyle die schönsten Melodien in einem emotional ausdrucksstarken Medley zusammen. Neben den technisch anspruchsvollen und den weich zu spielenden lyrischen Passagen stellt „Henry V“ jedes Orchester auch gesanglich auf die Probe. Das „Non nobis Domine“, 1989 als bestes Filmthema prämiert, war der krönende Abschluss des leider einzigen Konzertes dieses Auswahlensembles in diesem Jahr.
Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuschauer und ließen die Musiker erst nach mehreren Zugaben von der Bühne.

Silke Gundlach