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Viel Klassik und ein bisschen Jazz

Experiment mit Sinfonie-Sitzordnung geglückt – tolle Solist*innen

Chefdirigent Oliver Nickel hatte sich zum zweiten Benefizkonzert für den Darmstädter Lionsclub im Darmstädter Staatstheater am 24. März erneut etwas Besonderes einfallen lassen: Er stellte für das Sinfonische Landesblasorchester des Hessischen Turnverbands (LBO) ein Programm klassischer Bearbeitungen zusammen, denen er dann aber seinen eigenen Stempel aufdrückte. Als die Musiker*innen des Auswahlorchesters die Orchester-Suite des Balletts „Romeo und Julia“ anstimmten, saßen sie nicht in typischer Blasorchester-Sitzordnung, sondern hatten wie ein klassisches Sinfonieorchester auf der Bühne Platz genommen. Zusammen mit Klavier, Harfe und einer Cellogruppe bot sich

Fotos: A. Hirschmann / LBO

ein imponierendes Bild und ein ebenso außergewöhnliches Klangerlebnis. Das knapp 20 Personen starke Klarinettenregister ließ gemeinsam mit Celli und Flöten Klangfarben entstehen, die zwar anders als die Geigengruppe eines Sinfonieorchesters klangen, diese aber nicht vermissen ließ.

Dieser Sound kam auch beim 2. Klavierkonzert von Rachmaninow sehr gut zur Geltung. Als Solistin hatte das LBO die in Darmstadt lebende Susanne Hardick gewonnen. Rachmaninow, der das Werk nach einer Schaffenskrise schuf, vereint in der Komposition melancholische Melodien mit virtuosen Läufen, bei der die Rollenverteilung zwischen Hauptmelodie und Begleitung zwischen Orchester und Klavier immer wieder wechselt. Die Pianistin verlangte mit ihrer flexiblen Spielweise dem Orchester eine hohe Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit ab, was den Musiker*innen sehr gut gelang. Als Zugabe verzauberte Susanne Hardick das Publikum mit dem wunderschönen, träumerisch dargebotenen und zur Jahreszeit passenden „Frühlingsrauschen“ von Sinding.

Nach der Pause bot sich den fast vollbesetzten Rängen ein völlig anderes Bild. Das Orchester nahm wieder in der gewohnten Blasorchestersitzordnung Platz, allerdings ergänzt durch eine kleine Jazz-Combo und zwei Sänger*innen. Eigentlich sind die „Sinfonischen Tänze“ aus der West Side Story eine durchgängig komponierte Suite. Oliver Nickel hat diese mit vier Songs aus dem Musical angereichert. Markus Hertwig (Piano), Jan Mikio Kappes (Bass) und Julian Leopold (Schlagzeug) legten die von Danai Amann als Maria und Fabian Klatt als Tony exzellent gesungenen Melodien „I feel pretty“, „Tonight“, „Maria“ und „Somewhere“ leicht jazzig an. Eine tolle Idee, die auch dem Orchester sichtlich einen Riesenspaß bereitete und die zweite Konzerthälfte viel zu schnell vergehen ließ. Man darf gespannt sein, welche Besonderheiten sich das LBO und sein Chefdirigent zum dritten Benefizkonzert im Frühjahr 2020 ausdenken werden.

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LBO wird „klassisch“

Benefizkonzert im Staatstheater mit ungewöhnlicher Besetzung und exzellenten Solist*Innen

Am 24. März 2019 spielt das Sinfonische Landesblasorchester des HTV (LBO) sein zweites Benefizkonzert für den Darmstädter Lions Club im Darmstädter Staatstheater.

Foto: Susanne Hardick

Der Lions Club unterstützt in diesem Jahr das Elisabethen-Hospiz in Darmstadt, das sich um Menschen in ihrer letzten Lebensphase kümmert, die nicht mehr zu Hause versorgt werden können. Für das Konzert hat Chefdirigent Oliver Nickel nicht nur ein für ein Blasorchester ungewöhnliches Programm zusammengestellt, sondern auch exzellente Solist*Innen engagiert sowie das Auswahlorchester u.a. mit vier Cellist*innen verstärkt.

Diese kommen gleich zu Beginn des Konzerts bei der Suite aus dem Ballett „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew zum Einsatz. Das Ballett, dessen Handlung der des Shakespeare’schen Dramas entspricht, ist einer der Höhepunkte von Prokofjews Oeuvre. Er fertigte insgesamt drei Orchestersuiten und mehrere Bearbeitungen einzelner Stücke für Klavier an.

Foto: Fabian Klatt

Darauf folgt Susanne Hardick, mehrfach preisgekrönte Allround-Musikerin, die ihren Master of Music an der Musikhochschule Maastricht mit Bestnote abschloss und dank mehrerer Stipendien u.a. an der Universtiy of Calgary (Kanada) weitere Impulse für ihr künstlerisches Schaffen erhielt. Sie spielt das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow mit dem LBO. Der junge Rachmaninow widmete das Werk seinem Neurologen, der erfolgreich seine Depression behandelt und damit seine Schaffenskrise beendet hatte.

Foto: Danai Amann

Die eingangs erwähnte Romeo-und-Julia-Thematik findet sich abgewandelt in der zweiten Konzerthälfte wieder. Leonard Bernstein hat die Geschichte nach Amerika verlegt, die Protagonisten in „Tony“ und „Maria“ umbenannt und mit seiner „West Side Story“ Musikgeschichte geschrieben. Das LBO bringt eine ganz eigene Interpretation der Sinfonischen Tänze auf die Bühne. Zwischen den einzelnen Tänzen präsentieren Markus Hertwig (Piano), Jan Mikio Kappes (Bass), Julian Leopold (Schlagzeug) mit Danai Amann und Fabian Klatt (Gesang) einzelne Songs aus dem Musical.

Eintrittskarten von 15 bis 35 Euro gibt es im Ticketshop direkt beim Staatstheater unter www.staatstheater-darmstadt.de. Die Vorverkaufskasse des Theaters ist Dienstag bis Freitag von 10 – 18 Uhr und Samstag von 10 – 13 Uhr geöffnet und unter 06151/2811-600 auch telefonisch zu erreichen.

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LBO wird „klassisch“

Ungewöhnliche Bearbeitungen – neue Musiker*innen gesucht

Am 24. März 2019 spielt das LBO Hessen sein zweites Benefizkonzert im Darmstädter Staatstheater. Dafür hat Chefdirigent Oliver Nickel ein für ein Blasorchester ungewöhnliches Programm zusammengestellt: eine Suite aus dem Ballett „Romeo und Julia“ von S. Prokofjew, das Klavierkonzert Nr. 2 von Sergej Rachmaninow, in dem die Darmstädter Pianistin Susanne Hardick den Solopart übernehmen wird, sowie Symphonische Tänze und Songs aus der „West Side Story“. Diese Stücke mögen für Besucher der Sinfoniekonzerte im Staatstheater nicht ungewöhnlich erscheinen – die Aufführung durch eine reine Bläserbesetzung wird ihnen allerdings allein dadurch neuen Wind einhauchen. Um dem Klang eines klassischen Sinfonieorchesters nahezukommen, wird sich das LBO nicht nur mit 4 Cellist*innen verstärken, sondern außerdem mit seiner Sitzordnung auf der Bühne experimentieren – die Zuhörer*innen dürfen gespannt sein auf das Ergebnis.

Nicht minder ungewöhnlich wird die Aufführung der „West Side Story“: Das LBO spielt die Tänze und wechselt sich mit einer kleinen, von zwei Sänger*innen verstärkten Combo ab, die einzelne Songs aus dem Musical zwischen den Tänzen präsentieren.

Die erste Probephase dieses außergewöhnlichen Projekts findet vom 01.-03. Februar im Turnzentrum Alsfeld statt. Die weiteren Probetermine sind 22.-24. Februar und 22.-24. März. Interessierte Musiker*innen können sich unter mitspielen@lbo-hessen.de melden.


Treffen zweier hessischer Spitzenorchester

LANGENSELBOLD. Ein Konzert der besonderen Art erlebten kürzlich Zuhörerinnen und Zuhörer im Main-Kinzig-Kreis: Mit dem Musikverein »Viktoria« Altenmittlau (MVA) und dem Sinfonischen Landesblasorchester (LBO) des Hessischen Turnverbands teilten sich gleich zwei hessische Spitzenorchester die Bühne der

MVA – Foto: Timo Pagana

Klosterberghalle Langenselbold. Zusammen mit Dirigent Oliver Nickel, musikalischer Leiter beider Klangkörper, boten die über 100 Musikerinnen und Musiker ein britisch-französisches Programm und zeigten das breite Spektrum sinfonischer Blasmusik auf.

Norwin Hahn – Foto: Timo Pagana

Den Auftakt machte der MVA mit der »First Suite in Es« von Gustav Holst. Für umfangreich besetzte Blasorchester der heutigen Zeit besteht dabei insbesondere die Herausforderung, die drei Sätze in schlankem, kammermusikalischem Stil vorzutragen.

Dass dies den Altenmittlauern mit Bravour gelang, davon zeugten im Anschluss auch die anerkennenden Worte von Moderator Jürgen K. Groh. Mit viel Witz und allerhand hilfreichen Informationen zu den einzelnen Stücken führte er durch das Programm.

Anschließend folgte mit Marcel Peeters‘ »Charles Chaplin (Selection for Concert Band)« Filmmusik in großem, sinfonischem Gewand. Als Besonderheit präsentierte der MVA zu Beginn des Werks nicht etwa die verlegte Variante von »Limelight Theme«, sondern eine ungekürzte Fassung aus dem Manuskript von Peeters. Sie ist Basis für eine Aufnahme, die 1996 mit der Königlichen Militärkapelle (KMK) der Niederlande entstand.

Ihren Auftritt rundeten die Altenmittlauer mit einer weiteren Rarität für Blasorchester ab, denn »Rhapsody for Trombone« aus der Feder von Gordon Langford ist eigentlich in der britischen Brass-Band-Szene beheimatet. Als Solist konnte hierfür Norwin Hahn, der seit 2017 Solo-Posaunist des hr-Sinfonieorchesters ist, gewonnen werden.

LBO – Foto: Timo Pagana

In Langenselbold beeindruckte der 23-Jährige mit virtuosem Spiel und scheute, im Gegensatz zu vielen Kollegen, selbst die mit jazzigen Rhythmen unterlegte Solo-Kadenz nicht.

Starker Applaus und teilweise stehende Ovationen seitens des fachkundigen Publikums waren Ausdruck der Begeisterung für die Interpretation der komplexen Komposition, mit dem sich der MVA von der Bühne und in die Pause verabschiedete.

Das LBO begann seine Konzerthälfte mit »Le chant de l´arbre«, einer Tondichtung von Serge Lancen über das Leben eines Baumes im Jahresverlauf. Von tänzerischen Motiven, die das Sprießen der Knospen

LBO – Foto: Timo Pagana

im Frühling beschreiben, über stürmische Herbstwinde, die das Holzregister treffend imitierte, bis zum eisigen und einsamen Winter, von einer melancholischen Oboe dargestellt, konnten die Zuhörer*innen dem Verlauf der Jahreszeiten musikalisch folgen. Dem Auswahlorchester gelang eine ausdrucksstarke Interpretation dieses abwechslungsreich komponierten Stückes.

Foto: Timo Pagana

Im Kontrast dazu beschrieb die Tondichtung »Listening to Paris« einen Spaziergänger in Paris, der verschiedene Stadtviertelel besucht, entlang der Seine verträumt vor sich hin läuft und fast überfahren wird. Das LBO hatte sich für dieses Werk mit der Akkordeonistin Carina Lutz verstärkt und brachte so Pariser Flair auf die Bühne.

Den außergewöhnlichen Abschluss dieses tollen Konzertnachmittags bildete der berühmte »Bolero« von Ravel. Seine Wirkung entfaltet das Stück durch die ständige Wiederholung zweier Themen in unterschiedlichen Klangfarben und durch ein groß angelegtes Crescendo vom leisen Pianissimo bis zum gewaltigen Abgang im Fortissimo. Bei der Uraufführung 1928 rief eine Zuschauerin »Hilfe, ein Verrückter«, worauf Ravel nur »Die hat´s kapiert« antwortete. Die Aufführung in Langenselbold wurde mit  »Bravo«-Rufen bedacht.


Workshop „LBO zum Anfassen“

Teilnehmer*innen mit positivem Feedback

Als Auswahlorchester muss unser Sinfonisches Landesblasorchester bei der Nachwuchssuche neue Wege gehen. Ein innovativer Weg ist es, im Rahmen der Vorbereitung auf eigene Konzerte Schnuppertage einzurichten, an denen das Mitspielen auch externen Musiker*innen offen steht. So fand auch der diesjährige Workshop „LBO zum Anfassen“ im Rahmen eines solchen Probewochenendes statt. Er bot den Teilnehmer*innen eine gute Gelegenheit, die Probearbeit eines Auswahlorchesters unmittelbar selbst zu erfahren und live zu erleben, wie sich das LBO auf das Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Viktoria Altenmittlau am 20. Oktober in der Klosterberghalle in Langenselbold vorbereitet.

Dorothea Keller (2. Reihe rechts) stand den „Schnuppis“ als kompetente Ansprechpartnerin während des gesamten Tages zur Verfügung. Und auch der 1. Vorsitzender des Fördervereins Alexander Fay (2. Reihe links) konnte viel positives Feedback einsammeln.

Einige Absolvent*innen des Kurses werden wir sicher bei dem nächsten Konzert des LBO am 24. März 2019 im Darmstädter Staatstheater auf der Bühne wieder sehen. Allen, die den Workshop dieses Mal verpasst haben, sei gesagt: auch 2019 wird es wieder einen „LBO zum Anfassen“-Tag geben.


Französische Lebenslust trifft Britischen Charme

LBO Hessen und MV Altenmittlau mit Gastsolist Norwin Hahn

MVA – Foto: Sturmius Naumann

Kenner der Szene werden sicherlich bei diesem Termin aufhorchen: Am 21.10.18 um 16.00 Uhr spielen der Musikverein „Viktoria“ Altenmittlau 1897 e.V. (MVA) und das Sinfonische Landesblasorchester des Hessischen Turnverbands (LBO) ein Gemeinschaftskonzert in der Klosterberghalle in Langenselbold. Dazu kann sich das Publikum auf einen ganz besonderen Gastsolisten freuen: Norwin Hahn, Solo-Posaunist des hr-Sinfonieorchesters.

Norwin Hahn – Foto: Ben Knabe

Hahn präsentiert mit dem MVA die „Rhapsodie für Posaune“ von Gordon Langford. Die

Auftragskomposition aus dem Jahr 1975 ist in jeder Hinsicht eine Herausforderung für jeden Posaunisten. Holsts „First Suite in Es“ und ein Charlie-Chaplin-Medley komplettieren das Programm der Altenmittlauer.

Das LBO hat sich neben „Le chant de l´arbre“, einer Komposition, in der das Leben eines Baumes im Jahresverlauf dargestellt wird, und dem berühmten „Bolero“ von Maurice Ravel noch „Listening to Paris“ ausgesucht. Die Tondichtung beschreibt einen Spaziergänger in Paris, der entlang der Seine verträumt flaniert und verschiedene Stadtviertel und Sehenswürdigkeiten besucht.

Beide Orchester stehen aktuell unter der Leitung von Oliver Nickel, der sowohl sein Dirigierstudium bei Pierre Kuijpers am Konservatorium in Maastricht mit dem Bachelor of Music und als auch das Master-Studium unter Alex Schillings am Königlichen Konservatorium in Den Haag äußerst erfolgreich abschloss.

Tickets zum Preis von 12 Euro (ermäßigt 8 Euro) gibt es bei beiden Orchestern sowie an der Tageskasse. Bestellungen werden auch unter vvk@lbo-hessen.de entgegengenommen.


Landesblasorchester bringt Paris ins Theater

Christian Segmehl begeistert mit Rhapsody und einer exzellenten Zugabe

Wer schon einmal Paris besucht hat, der hat es sicher erlebt: Der Verkehr ist verrückter, das Lebensgefühl entspannter und auch die französische Musik hat ganz eigene Stilelemente und Klangfarben. Genau dieses Spiel mit Stilen und Klangfarben ist auch die Stärke des Sinfonischen Landesblasorchesters des Hessischen Turnverbands (LBO). Mit seinem Benefizkonzert im Staatstheater Darmstadt gelang dem Orchester und seinen beiden Solisten ein beeindruckender Ausflug an die Seine.

Für den Beginn hatte Chefdirigent Oliver Nickel „Le Carnaval Romain“ von Hector Berlioz gewählt. Die spritzige Ouvertüre war ein guter Einstieg in ein ungewöhnliches Konzert, das noch einige Überraschungen zu bieten hatte. Die erste trat bereits beim nächsten Werk „Le chant de l´arbre“ auf. Serge Lancen beschreibt in dieser Tondichtung das Leben eines Baumes im Lauf der Jahreszeiten. Passend zu der durch die Musik beschriebenen Stimmung wurden auf der Leinwand hinter dem Orchester Bilder von Bäumen gezeigt. „Schön“ hörte man nach der letzten Fermate eine spontane Äußerung aus dem Publikum.

Der Höhepunkt der ersten Hälfte war jedoch der Auftritt von Gastsolist Christian Segmehl. Gemeinsam mit dem LBO brillierte er mit der „Rhapsody for Alto Saxophone“ von André Waignein. Die Komposition in drei sehr unterschiedlichen Sätzen vereint verschiedenste Musikstile. Segmehl gelang es, die rhythmischen und an Free-Jazz erinnernden Elemente mit den romantischen Phrasen zu kombinieren. Diese beeindruckende Aufführung toppte er jedoch noch mit seiner Zugabe „Black & Blue“. Für die virtuose Ausreizung des „besten Instruments, das es gibt“ erntete er stürmischen Applaus.

Nach der Pause folgte die nächste Überraschung. Orchester und Dirigent besetzten die Bühne, doch die Musik spielte woanders. Nina Schrader-Groschup hatte sich im Dunkeln unter die Zuschauer gemischt und spielte sehnsuchtsvoll „Syrinx“ von Débussy ungesehen aus dem Saal. Nach den „Paris Sketches“ kündigte Anne-Marie Wintermeier, die charmant und informativ den Konzertnachmittag moderierte, „Listening to Paris“ an. Die witzige Tondichtung beschreibt einen Spaziergänger in Paris, der verschiedene Stadtviertel besucht, entlang der Seine verträumt vor sich hin läuft und fast überfahren wird. Das LBO hatte sich zu diesem Werk mit der Akkordeonistin Carina Mehren verstärkt und brachte so noch einmal, unterstützt durch passende Fotos aus der französischen Hauptstadt, Pariser Flair auf die Bühne.

Man darf gespannt sein, welche Ideen das LBO bei seinem nächsten Projekt umsetzt. Das Konzert, ein Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein „Viktoria“ Altenmittlau 1897 e.V., findet am 21.10.18 in Langenselbold statt. Interessierte Musiker*innen haben bereits am 22. September die Möglichkeit, dem LBO über die Schulter zu schauen und einen Schnupperlehrgang im Rahmen des diesjährigen Herbstprojekts zu besuchen.


LBO-Workshop in Alsfeld

Anregungen umgesetzt – Chefdirigent leitet abschließende Gesamtprobe

Die Teilnehmer*innen, die im letzten Jahr beim Jugendleistungslehrgang ein wenig LBO-Luft schnuppern konnten, hatten es sich gewünscht: Bitte nächstes Mal mehr Zeit mitbringen. Und das taten die Dozent*innen unseres Auswahlorchesters auch. Mehr als zwei Stunden nahmen sich Simone Ludwig, Alexander Fay, Philip Möller, Maximilian Nolte und LBO-Chefdirigent Oliver Nickel Zeit, um 20 Jugendlichen aus dem D3- und 16 Jugendlichen aus dem D2-Lehrgang am Beispiel der „First Suite in Es“ von Gustav Holst die Arbeitsweise des LBO näherzubringen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde das Werk zunächst getrennt in den Registern geübt. Dabei ging es nicht nur um das reine Spielen der Noten und um das Zusammenspiel im Satz, sondern den Musiker*innen wurde auch vermittelt, auf welche Details man in einem Auswahlorchester achtet.

Die abschließende Gesamtprobe leitete der aktuelle Chefdirigent des LBO, Oliver Nickel. Ihm gelang es dabei nicht nur, seine musikalischen Vorstellungen in Worte zu fassen und so seine Klangvorstellungen den jungen Künstler*innen näher zu bringen. Er weiß auch, wie sich die Musiker*innen im Ensemble fühlen, hat er doch selbst viele Jahre als Klarinettist im LBO mitgewirkt, bevor er jetzt die musikalische Leitung übernahm.

Das nächste Projekt des LBO, inklusive eines Schnupperlehrgangs für neue Musiker*innen am 22.09.18, findet im Herbst 2018 statt und mündet in ein Gemeinschaftskonzert mit dem MV Altenmittlau. Einige der aktuellen Absolvent*innen des Jugendleistungslehrgangs werden bis dahin vermutlich schon Teil unseres erfolgreichen Auswahlorchesters sein.


LBO Hessen im Staatstheater Darmstadt

Benefizkonzert mit Gastsolist Christian Segmehl

Am 15. April um 16.30 Uhr gastieren wir unter der Leitung von Oliver Nickel mit unserem aktuellen Projekt „La vie en France“ im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt. Veranstalter dieses Benefizkonzerts ist neben dem Staatstheater der Lions Club Darmstadt.

Als besonderen Gast konnten wir den renommierten Saxofonisten Christian Segmehl gewinnen. Segmehl, der in München und Amsterdam studierte, hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. 2010 den „ECHO Klassik“. Die Zusammenarbeit mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Staatsoper München oder dem Orchestre Symphonique de Montréal haben ihn rund um den Globus geführt. Mit uns spielt er die „Rhapsody for Alto Saxophone“ von André Waignein.

Nina Schrader-Groschup präsentiert mit „Syrinx für Flöte Solo“ von C. Debussy noch ein weiteres Solowerk. Die freiberufliche Kammer- und Orchestermusikerin, die an der Hochschule für Musik in Mainz studiert hat, ist bereits mehrfach als Aushilfe beim Philharmonischen Staatsorchester Mainz und dem Landespolizeiorchester Hessen engagiert worden, spielt mit der Sinfonietta Mainz, der Kammeroper Frankfurt, der Jungen Oper Rhein-Main sowie Kammermusikensembles wie z.B. FlutEmotion, Ars Sonoris oder Duo Artesoni.

Interessante Impressionen versprechen auch die anderen Kompositionen, wie die „Paris Sketches“, in denen Martin Ellerby verschiedene Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt sehr plastisch vor dem geistigen Auge entstehen lässt. Oder “Le chant de l´arbre“ („Der Gesang des Baumes“), mit dem Serge Lancen das Leben eines Baumes in den Jahreszeiten beschreibt: Im Sommer funkelt die Sonne durch sein Laub, im Herbst schütteln ihn Stürme und nach einem Winterschlaf erwacht er im Frühjahr erneut zum Leben. „Listening to Paris“ und „Le Carnaval romain“ vervollständigen das Programm.

Weitere Infos zu den Solisten finden Sie auf den jeweiligen Websites www.christian-segmehl.de und www.flutemotion.de sowie auf Facebook. Sowohl Christian Segmehl als auch wir bieten außerdem je einen eigenen YouTube-Kanal zum Abonnieren an.

Der Reinerlös aus dem Benefizkonzert im Kleinen Haus kommt dem Projekt „Kinderdorf Rumänien“ des Darmstädter Lions Club zu Gute. Tickets gibt es im Ticketshop direkt beim Staatstheater unter www.staatstheater-darmstadt.de. Die Vorverkaufskasse des Theaters ist Dienstag bis Freitag von 10 – 18 Uhr und Samstag von 10 – 13 Uhr geöffnet und unter 06151/2811-600 auch telefonisch zu erreichen.


LBO Hessen startet neues Projekt

Musikalische Reise nach Frankreich mit Gastsolist Christian Segmehl

Mit einer ersten Probephase im November startete das Sinfonische Landesblasorchester des Hessischen Turnverbands (LBO) in seine neue Projektphase. Dirigent Oliver Nickel hat sich dafür eine musikalische Reise nach Frankreich unter dem Titel „La vie en France“ ausgedacht. Das Orchester setzt damit die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihm aus dem Jubiläumsjahr 2017 fort. Das Ergebnis wird am 15.04.2018 zu hören sein.

Als besonderen Gast konnte das LBO für sein Frühjahrskonzert 2018 Christian Segmehl gewinnen. Der Saxophonist studierte zunächst am Richard-Strauss-Konservatorium in München und wechselte dann in die Meisterklasse von Arno Bornkamp am Conservatorium van Amsterdam. Er erhielt mehrere Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben, darunter auch 2010 den „ECHO Klassik“. Segmehl wurde als Musiker schon von zahlreichen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Staatsoper München oder dem Orchestre Symphonique de Montréal eingeladen. Seine Reisen führten ihn rund um den Globus von Südafrika bis Russland, von Südostasien bis Kanada. Mit dem LBO spielt er die „Rhapsody for Alto Saxophone“ von André Waignein.

Das LBO plant darüber hinaus noch andere Höhepunkte. So steht mit „Syrinx für Flöte Solo“ von Debussy ein weiteres Solowerk auf dem Programm. Auch optische Überraschungen passend zum Programmtitel „La vie en France“ bereitet das Orchester vor.

Jeder, der Interesse und Freude an der sinfonischen Blasmusik hat und sich den Herausforderungen eines Auswahlorchesters stellen möchte, kann sich gern für eine Projektphase oder eine dauerhafte Mitgliedschaft im LBO bewerben. Auch für dieses Projekt ist noch für kurze Zeit ein nachträglicher Einstieg möglich. Interessierte Musiker*innen schreiben dazu einfach eine Mail an Mitspielen@LBO-hessen.de.

Weitere Infos zum Solisten und zum Orchester finden Sie auf den jeweiligen Websites www.christian-segmehl.de und www.lbo-hessen.de sowie auf Facebook www.facebook.com/ChristianSegmehl und www.facebook.com/LBO.HESSEN.HTV. Wer mehr von Christian Segmehl und/oder dem LBO hören möchte: Sowohl der Solist als auch das Orchester haben bereits mehrere CDs veröffentlicht und bieten je einen eigenen YouTube-Kanal zum Abonnieren an.


Gastbeitrag von Walter Wich-Herrlein

Galakonzert

Sein 25-jähriges Bestehen feierte das Sinfonische Landesblasorchester des Hessischen Turnverbandes mit einem Galakonzert im Konzertsaal der Universität der Künste in der Berliner Hardenbergstraße.

Es war ein anspruchsvolles und ansprechendes Programm, das sich die Musikerinnen und Musiker um Dirigent Oliver Nickel vorgenommen haben.

Den Auftakt machten die auf der Chorbühne angeordneten Blechbläser sowie die Schlagwerker des Orchesters mit Aaron Coplands „Fanfare for the common man“. Die anlässlich des Eintritts der USA in den Zweiten Weltkrieg komponierte Fanfare war jedoch nicht zur Heldenverehrung gedacht, sondern „für den gemeinen Menschen“, der unter Kriegseinwirkungen zu bestehen hatte.
Das Stück beginnt deshalb mit symbolisiertem Kanonendonner, der von Kesselpauken, großer Trommel und Tam-Tam einen fulminanten Auftakt erhielt. Das folgende Trompetensignal vermittelte so etwas wie Entwarnung. Die weiteren Blechbläser nahmen diese Motive auf und führten zu choralähnlichen Sequenzen, immer wieder unterbrochen durch kräftige Schlagwerkeinwürfe. Mit dynamisch steigender Linie ging es zum gewaltigen Schluss.

Leonard Bernstein schrieb 1956 die Musik zum Musical „Candide“. Als Vorlage für das Libretto von Lillian Hellman diente Voltaire’s Roman „Candide oder der Optimismus“. Darin nimmt Voltaire in satirischer Weise die Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibnitz, dass wir „in der besten aller möglichen Welten leben“, auf‘s Korn.
Der Arrangeur und Militärkapellmeister Clare Grundman bearbeitete fünf Partien dieses Musicals für ein Blasorchesterwerk, dessen erster Satz „The Best of All Possible Worlds“ von Dirigent Oliver Nickel schwungvoll vorgezeichnet und von den Musikern mit gleicher Euphorie aufgenommen wurde.

Mit „Westphalia Chorale and Battle Scene“ (Westfälischer Choral und Kampfszene) ist der zweite Satz überschrieben, den der Klarinettensatz und das Fagott mit der Choralmelodie einleiten. Die Blechbläser führten im Wechsel mit den Holzbläsern das Thema weiter bis zum alle vereinenden Schluss, der abrupt in die Darstellung des Kampfgetümmels übergeht, was überaus abwechslungsreich gelang.

Im mit „Auto-da-fé“ (Glaubensgericht) betitelten dritten Satz wird erzählt, wie Candide und Doktor Pangloss in Lissabon als Ketzer von der spanischen Inquisition verfolgt und gefangen genommen werden, um als Sündenböcke für ein Erdbeben zu dienen. In mitreißendem Tempo schilderte das Orchester mit imposantem Einsatz der Schlagwerker, wie die Beiden durch Gassen rennen, nicht mehr entkommen und eine öffentliche Auspeitschung über sich ergehen lassen müssen.

Der vierte Satz „Glitter and Be Gay“ (Glitzer und sei heiter) beginnt mit einem elegisch vorgetragenen Englischhornsolo, zu dem im Wechselspiel Flöte und Oboe hinzukommen. Den Klangteppich legten die Klarinetten und die Harfe, die hier sehr schön zur Geltung kam. Erzählt werden soll hier, wie sich Candides wahre Liebe Kunigunde als berühmte Madame in Frankreichs Hauptstadt bemüht, ein brillantes, sorgloses Äußeres zu wahren. Dazu schildert die Musik das Pariser Lebensgefühl in Offenbachscher und jazziger Stilistik.

Beim finalen Satz „Make Our Garden Grow“ (Bestelle unseren Garten) kam Katrin Geißler auf die Bühne. Mit ihrem warmen Sopran sang sie vom einzigen Zweck des Lebens, nämlich die Erde zu pflegen und einen Garten erstehen zu lassen. Hier erwiesen sich Orchester und Dirigent, die die Sängerin vom lyrischen Beginn bis zur abschließenden kraftvollen Hymne voller Hoffnung eskortierten, als einfühlsame Begleiter.

Danach gab es einen Abstecher in die Kirchenmusik mit Johann Sebastian Bachs Schlusschoral aus der Kantate BWV Nr. 147 „Jesus bleibet meine Freude“ in der „LBO-Hessen-Version“. Fast das ganze Orchester verließ seinen Platz und kam ein Stockwerk höher als Chor auf die Bühne zurück. Die Idee, die sängerischen Fähigkeiten des Klangkörpers zu fordern, kam Oliver Nickel im Rückblick auf das Konzert 2002 beim Deutschen Turnfest in Leipzig. Das Grundarrangement stammt von Alfred Reed und ist in der Originaltonart gehalten, so daß der Chorsatz ohne Probleme für die gelunge Darbietung genommen werden konnte. Die Musiker präsentierten sich unter seinem akzentuierten Chordirigat als repräsentables Gesangsensemble. Die kammermusikalische Begleitung bewies, dass eine Es-Klarinette richtig schön klingen kann und Blechbläser auch zurückhaltende weiche Töne hervorbringen.

Ein Ausflug in die Kammermusik stand mit dem „Rondo für Holzbläserquintett“ des Niederländers Rogier van Otterloo (1941 – 1988) als nächstes auf dem Programm. Ein von Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott akkurat musiziertes beschwingtes Stück, bei dem das Horn einen enormen Part zu stemmen hatte. Vor der Darbietung gab es für das Publikum dazu ein wenig „Musikunterricht“ durch Ann Marie Wintermeier, die sehr prägnant durchs Programm führte.

Mit der Komposition „Traveler“ für Blasorchester des Amerikaners David Maslanka stand vor der Pause ein harter Brocken auf dem Programm, der hervorragend gemeistert wurde. Das Werk war eine Auftragskomposition der texanischen Universität Arlington zum Abschiedskonzert des Universitätskapellmeisters Ray C. Lichtenwalter, die Maslanka als Beschreibung des Lebenslaufes seines Freundes und Förderers verstanden wissen möchte.
Neben der Bläserbesetzung setzt der Komponist Kontrabass, Klavier und ein ganzes Arsenal an Schlaginstrumenten ein. Das Stück ist in einem Satz angelegt, was für die Musiker fünfzehn Minuten volle Konzentration bedeutet. Maslanka nutzt alle Effekte, die für Blasinstrumente möglich sind. Getragene harmonische Passagen werden durch schnelle und von Spannungsakkorden geladene Abschnitte abgelöst. Am Anfang findet man das Motiv eines Bach-Chorals, das die Holzbläser und Xylophone mit Einwürfen unterbrechen und das immer wieder auftaucht. Dabei brillierten die Blechbläser mit signalartigen Motiven. Permanent gefordert waren die Schlagwerker, insbesondere die Stabspieler. Beeindruckend waren auch die Solopassagen von Sopransaxophon, Oboe, Klarinette, Horn und Piano.
Denn das Werk hat es in sich. Viele Taktwechsel, oft von einem Takt zum nächsten, mit Spannungsakkorden die nicht falsch klingen dürfen. Das haben Oliver Nickel und seine Musiker „sauber hingekriegt“ (auch im intonationsmäßigen Sinn), so dass man angesichts des Schwierigkeitsgrades einen Kickser oder einen nach oben gedrückten Ton oder eine kleine Ladehemmung beim Einsatz nicht bewerten darf.

Nach der Pause wurde das Programm mit „The Olympic Spirit“ des vielbeschäftigten Hollywoodkomponisten John Williams fortgesetzt. Williams schrieb dieses Stück für den NBC als Erkennungsmelodie zu den Übertragungen der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Den Anfang machten natürlich gekonnt die Blechbläser mit einer fanfarenmäßigen Sequenz, die bis zum markanten Abschluss mehrfach wiederkehrte.

Wer kennt sie nicht, die Filmmusik zum Western „Die glorreichen Sieben“ von Elmer Bernstein? Insbesondere das Leitmotiv ist jedem im Ohr. Der Belgier Marcel Peeters schuf ein anspruchsvolles Arrangement für Blasorchester. Da die Handlung des Films nicht nur in Texas, sondern auch im angrenzenden Mexico spielt, sind neben den lautmalerischen Rhythmen des Reitens durch die Prärie auch mexikanische Metren und Melodien verwendet. Auch hier sind die Musiker ihrem Dirigenten in allen rhythmischen und dynamischen Vorgaben konsequent gefolgt.

„Anitras Tanz“ aus der Peer-Gynt-Suite von Edward Grieg stand als nächstes auf dem Programm. Allerdings nicht in einer bekannten klassischen Bearbeitung, sondern als Arrangement des Jazztrompeters Sammy Nestico, der sich anfangs an die klassische Melodie hält, aber schon nach sechszehn Takten in den Bigbandsound der Swingära mit sattem Saxophonklang und spitzen Trompetenbreaks wechselt. Dazwischen eingestreut immer wieder ein paar Takte klassisch. Zum jazzigen Abschluss konnte man ein richtiges Augenzwinkern spüren.

Burt Bacharach schrieb für den Spielfilm „Alfie“ den gleichnamigen Song. Eine seiner Liebschaften besingt die Sehnsucht und Enttäuschung, die sie mit Alfie, einem ewigen Stenz, erlebt. Der Japaner Toshio Mashima hat den Titel für großes Blasorchester arrangiert. Für die LBO-Hessen-Version wurde der Gesang dazu genommen. Dabei kam auch Katrin Geißler wieder zum Einsatz. Schade, dass das Arrangement für ihre Sopranstimme eine zu tiefe Tonart hat, so dass ihre schöne Stimme oftmals vom ausladenden Orchesterklang nicht ganz, aber doch mehrmals zugedeckt wurde.

Den krönenden Abschluss des Konzertes bildete „Music“, der Klassiker der Rockmusik und zugleich größter Erfolg von John Miles. Der Text ist eine einzige Liebeserklärung an die Musik: „Music was my first love, and it will be my last“ (Musik war meine erste Liebe und sie wird meine letzte sein). Olivier Nickel hat dazu ein eigenes schönes Arrangement geschrieben, das Katrin Geißler und das Orchester wunderbar darboten.
Das Stück lebt von rhythmischen und melodischen Kontrasten und beginnt sehr langsam und getragen. Am Anfang wird der Gesang nur vom Klavier begleitet, in der zweiten Hälfte der Strophe kommen die weiteren Instrumente hinzu. Dann folgt ein schneller Instrumentalteil im 7/8-Takt mit dem typischen Rockbanddrive, bei dem die Musiker auch das Publikum zum Mitklatschen brachten. Das Tempo wechselt mehrmals abrupt und klingt mit balladenhaftem Gesang in fulminantem Sound aus.

Nun gab es kein Halten mehr: tosender Applaus, Standing Ovation für Orchester, Dirigent und Solistin, kurzum Begeisterung in allen Gesichtern. Die geforderte Zugabe war, es konnte kaum anders sein, der Marsch „Berliner Luft“ von Paul Lincke. Als Rausschmeißer erklang noch einmal ein Stück aus den „Glorreichen Sieben“.

Zur Chronistenpflicht gehört noch, dass sich die Turnermusiker über den Besuch von DTB-Vizepräsident Prof. Dr. Walter Brehm und Vizepräsident Alfred Metzger sehr gefreut haben.


Sinfonische Blasmusik in der Universität der Künste

LBO Hessen feiert sein 25jähriges Jubiläum am Pfingstmontag in Berlin

Moderne Klänge und Filmmusik, Brassband-Sound und Klassik, die auf Swing trifft – das alles bietet das Sinfonische Landesblasorchester des Hessischen Turnverbands am 05.06.um 20 Uhr im Konzertsaal der Universität der Künste in Berlin-Charlottenburg, Hardenbergstraße 33. Das Auswahlorchester feiert an diesem Abend sein 25jähriges Bestehen im Rahmen des Deutschen Turnfestes und zeigt, was in der Sinfonischen Blasmusik alles möglich ist.

Gastdirigent Oliver Nickel hat ein Programm zusammengestellt, das nicht nur in den Musikrichtungen äußerst flexibel daherkommt – beispielsweise in Sammy Nesticos jazzigem Arrangement von Griegs „Anitras Tanz“ – sondern auch in den Besetzungen: Originale Blechbläserbesetzung („Fanfare for the common man“) trifft auf Holzbläserquintett („Rondo“ von Rogier van Otterloo), das wiederum einem voll besetzten sinfonischen Blasorchester („Traveler“) gegenübersteht. Doch nicht nur reine Instrumentalmusik erklingt am Konzertabend. Eine Sängerin wird, begleitet vom LBO, Burt Bacharachs wunderbare Ballade „Alfie“ und „Music“ von John Miles vortragen.

Ab sofort sind Tickets zum Preis von 5 Euro zzgl. VVK und Systemgebühr unter https://turnfest.reservix.de/events erhältlich.

Für Restkarten wird eine Abendkasse eingerichtet.


Werkstattkonzert und Schnupperlehrgang

LBO Hessen bereitet sich auf Jubiläumskonzert und weitere Zukunft vor

Zahlreiche Zuschauer nutzten vergangenes Wochenende die einzige Gelegenheit, das Sinfonische Landesblasorchester des Hessischen Turnverbands (LBO Hessen) in seinem Jubiläumsjahr in Hessen erleben zu können, als sie am 21. Mai das als öffentliche Generalprobe angelegte Werkstattkonzert besuchten. Das LBO präsentierte etwa die Hälfte des Programms, das beim großen Galakonzert zum 25jährigen Orchesterjubiläum am Pfingstmontag (05. Juni) in der Universität der Künste in Berlin erklingen wird.

Gleich zu Beginn präsentierten die Blechbläser A. Coplands imposante und strahlende „Fanfare of the Common Man“ in Originalbesetzung, auf die die spritzige „Candide Suite“ von L. Bernstein, der ein Schüler Coplands war, folgte.

Mit seiner Komposition „Traveler“ schuf D. Maslankaein Werk, das die Reise eines Menschen vom Arbeitsleben bis zum Ruhestand zeigt. Einem Freund gewidmet, der ins ebenfalls zeitlich gut gefüllte Rentnerleben eintritt, zeigt das Stück, wie sich das Seelenleben beruhigt, da man sich gezielt mit den Dingen beschäftigt, die einem Spaß machen. „Traveler“ beginnt mit einem Bachchoral, der durch gewollt hektische Klangeffekte im Holz durchsetzt ist. Bruchstücke des Chorals tauchen immer wieder im schnellen und dissonanten „Arbeitsleben“ auf, bevor er im „Rentnerleben“ zur Ruhe kommt. Das Werk wird beim Galakonzert die erste Konzerthälfte beenden.

In Berlin wird außerdem die Sopranistin Katrin Geißler das LBO unterstützen. Ihre Partien in der Ballade „Alfie“ und in John Miles berühmten Song „Music“ wurden von mehreren wunderbar sensibel spielenden Solisten in Trompete und Saxofon übernommen.

Mit „The Olympic Spirit“, einer Komposition anlässlich der olympischen Sommerspiele 1988, und der „Berliner Luft“ zog das LBO gekonnt zwei thematisch-musikalische Verbindungen zum Deutschen Turnfest in Berlin, in dessen Rahmen das Galakonzert stattfinden wird.

Die Vorbereitung auf das Werkstattkonzert haben 10 TeilnehmerInnen des Schnupperworkshops „LBO zum Anfassen“ miterlebt. Sie probten den gesamten Samstag mit dem LBO und konnten so einen Eindruck von der Probearbeit und den dafür notwendigen Anforderungen gewinnen. Für das LBO ist dies eine gute Möglichkeit, MusikerInnen für die Projekte in der Zukunft zu finden und zu gewinnen.


LBO-Exkurs auf Jugendleistungslehrgang

Landesorchester stellt sich und seine Arbeitsweise in einem halbstündigen Workshop vor

Seit einem Vierteljahrhundert hat der HTV inzwischen ein eigenes Sinfonisches Landesblasorchester (LBO) in seinem Verband. Doch ein Auswahlorchester, das seine Projekte in wenigen Wochenend-Seminaren erarbeitet, kann keine normale Jugendarbeit leisten, die so wichtig für die Zukunft eines Vereines ist. Seit einiger Zeit besuchen daher MusikerInnen des LBO den Jugendleistungslehrgang des HTV in Alsfeld, um die Arbeit und das Orchester den potentiellen künftigen MitspielerInnen vorzustellen.

34 TeilnehmerInnen der D2- und D3-Kurse nutzten in diesem Jahr die Möglichkeit, sich über das LBO zu informieren. Dorothea Keller (Saxofon), Maximilian Nolte (Trompete) und Michael Koller (Schlagwerk) hatten aus dem aktuellen Jubiläumsprogramm die Candide-Suite mitgebracht und probten erst in Register- und danach in einer kurzen Gesamtprobe den ersten Satz des Werkes. Dabei vermittelten sie den Jugendlichen nicht nur, auf welche Details bei der Arbeit in einem Auswahlorchester geachtet wird, sondern auch, welchen Spaß das Erarbeiten und das Ergebnis dieser Arbeit bringen.

In der abschließenden Fragerunde wollten die TeilnehmerInnen u.a. wissen, ab wann es für sie möglich ist, im LBO mitzuspielen. Eine feste Altersgrenze gibt es im LBO nicht, denn es geht in diesem Auswahlorchester vor allem um die musikalischen Fähigkeiten. Da die Projekte jedoch in der Regel an mehreren Wochenenden mit Übernachtungen stattfinden, ist ein Mindestalter von 16 Jahren empfehlenswert.

Doch es wurden dann nicht nur Fragen der Jugendlichen beantwortet, denn auch die Repräsentanten des LBO waren wissbegierig. Sie fragten nach der Bekanntheit des LBO und wiesen darauf hin, dass die Jugendlichen die Freunde, die sie auf dem Leistungslehrgang in Alsfeld gefunden haben, beim Mitspielen im LBO immer wieder treffen können. Mit einem positiven Feedback und der Anregung, im nächsten Jahr etwas mehr Zeit für den Workshop einzuplanen, ging ein äußerst lehrreicher Exkurs zu Ende.


Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

LBO Hessen bereitet Jubiläumskonzert vor – Neue Musiker willkommen

Das 25-jährige Jubiläum des Sinfonischen Landesblasorchesters des Hessischen Turnverbands rückt näher. Gefeiert wird das Ereignis mit einem Jubiläums-Galakonzert beim Deutschen Turnfest in Berlin. Die organisatorischen Vorbereitungen dafür sind bereits in vollem Gange – ab Januar 2017 starten dann auch die musikalischen mit dem ersten Probenwochenende im Turnzentrum Alsfeld.

Vor dem eigentlichen Konzert im Konzertsaal der Universität der Künste am Pfingstmontag in Berlin plant das Orchester in der zweiten Maihälfte ein Werkstattkonzert mit Dirigentenwerkstatt (nähere Infos folgen). Auf dem Programm stehen dabei unter anderem Werke wie Bernsteins „Candide Suite“ oder „Traveler“ von Maslanka.

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem bisherigen Chefdirigenten Dominik M. Koch freut sich das Orchester, Gastdirigent Oliver Nickel, der selbst lange Jahre Klarinettist im Orchester war, am Pult begrüßen zu dürfen und blickt erwartungsfroh auf die musikalische Arbeit.

Das LBO wurde 1992 als Auswahlorchester gegründet. Pate war kein Geringerer als der niederländische Komponist und Dirigent Henk van Lijnschooten, der den ersten Workshop leitete. Auch andere Persönlichkeiten wie Heinz Friesen, Pierre Kuijpers, Philip Sparke und Thomas Doss standen bereits am Dirigentenpult. Herausragende Konzerte, u.a. im Herkulessaal in München oder im Gewandhaus zu Leipzig waren wichtige Stationen in der Orchestergeschichte. 20 Jahre LBO Hessen lautet der Titel vom Live-Mittschnitt des Jubiläumskonzerts am 9. Juni 2012 in der Heilig-Geist-Kirche Friedberg. Diese CD ist ein Beweis dafür, was das Orchester bisher geleistet hat und welche Ziele noch vor ihm liegen. Zuletzt überzeugte das LBO im November 2014 beim 5. Wettbewerb für Auswahlorchester der Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände, den es in seiner Kategorie mit 90,6 Punkten gewann.

Jeder, der Interesse und Freude an der sinfonischen Blasmusik hat und sich den Herausforderungen eines Auswahlorchesters stellen möchte, kann sich gern für eine Projektphase oder eine dauerhafte Mitgliedschaft im LBO bewerben. Für diejenigen, die noch nicht wissen, ob die sinfonische Blasmusik das „richtige“ für sie ist, bietet das Orchester hin und wieder „Schnupperlehrgänge“ an. Diese bieten die Gelegenheit die Musik und das LBO kennen zu lernen.

Sie sind ein/e qualifizierte/r Musiker/in und haben Interesse im LBO mitzuspielen? Aktuell sucht das Orchester noch Verstärkung vor allem bei folgenden Instrumenten: Klarinette, Tuba und Fagott. Unter  mitspielen[ät]lbo-hessen.de erhalten Sie nähere Informationen.


Farbenspiel der Musik

Soloposaunist Jürgen Schaal begeistert bei Abschiedstournee des Chefdirigenten

Nach sieben sehr erfolgreichen Jahren verabschiedete sich Chefdirigent Dominik M. Koch mit zwei wahrhaft farbenprächtigen Abschiedskonzerten in Langen und Bad Orb vom Sinfonischen Landesblasorchester des HTV (LBO). Von seiner akribischen Probenarbeit, dem Blick fürs kleinste Detail und seinem Sinn für den sinfonischen Orchesterklang hat das LBO in den vergangenen Jahren stark profitiert und sich deutlich weiterentwickelt. Dies ist zu hören auf dem Live-Mitschnitt des 20jährigen Jubiläumskonzerts aus Friedberg und führte 2014 zum Gewinn der Kategorie Höchststufe des 5. Deutschen Wettbewerbs für Auswahlorchester. Auch der kleinen Abschiedstournee hat Koch seinen musikalischen Stempel aufgedrückt.

Passend zum Motto „Farbenspiel der Musik“ stand das Werk “Colors“ von Bert Appermont auf dem Programm. Das Solostück für Posaune besteht aus vier Sätzen, die jeweils einer Farbe und einem musikalischen Ausdruck zugeordnet sind. Der Soloposaunist der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Jürgen Schaal begeisterte mit seinem wunderbar gefühlvollen Spiel, ob inspirierend-anregend in „Gelb“, leidenschaftlich-dynamisch in „Rot“, verträumt-melancholisch im „Blau“ oder hoffnungs- und erwartungsvoll in „Grün“.

Mit den strahlenden Fanfaren im Blech und schnellen Läufen im Holz der „Symphonic Overture“ von James Barnes hatten die Konzerte eindrucksvoll virtuos begonnen. Feierlich im satten Wagner-Sound präsentierte das Auswahlorchester anschließend „Elsas Zug zum Münster“ aus „Lohengrin“. An Filmmusik erinnerte die Aufführung von Rossano Galantes „Raise of the Son“, während im Medley „The Phantom of the Opera“ die Geschichte um Christine und ihren heimlichen Verehrer in ihrer ganzen Romantik und Dramatik gekonnt in Szene gesetzt wurde.

Das offizielle Programm endete feurig-südamerikanisch mit dem „Danzon no. 2“ von Arturo Márquez. Das Arrangement dieses rhythmisch und auch stilistisch äußerst anspruchsvollen Werkes schuf Oliver Nickel, der im kommenden Jahr das Konzert zum 25jährigen Jubiläum des LBO als Gastdirigent gestalten wird.

Nach zwei letzten Zugaben, dem selten gespielten „Militärmarsch“ von Erich Korngold und Freddie Mercurys Ballade „Love of my life“, für die Jürgen Schaal noch einmal auf die Bühne kam, verabschiedeten die Musiker ihren Dirigenten mit viel Applaus.